Der Baum stützt sich auf seinen Wurzeln, der Mensch auf sein Herz.
  Der Baum stützt sich auf seinen Wurzeln, der Mensch auf sein Herz.                                                

SonJA goes Kino

Foto: S.W.

 

An einem lauwarmen Sommerabend haben sich Petra und SonJA auf den Weg nach Neumünster gemacht.

 
Neumünster ist eine kreisfreie Stadt in der Mitte Schleswig-Holsteins und mit rund 77.000 Einwohnern nach Kiel, Lübeck und Flensburg die viertgrößte Stadt des nördlichsten deutschen Landes. Urkundlich zum ersten Mal 1127 als Augustiner-Stift Wippenthorp im Gau Faldera erwähnt, war Neumünster lange ein Zentrum der deutschen Tuch- und Lederindustrie und ist seit alters her ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Ab 1870 im Besitz der Stadtrechte, gehört die Große Mittelstadt an der Schwale seit Mai 2012 zur Metropolregion Hamburg.
 
In einer kleinen Sackgasse, parallel zur Einkaufsmeile, hat sich der Kulturverein Dada am Waschpohl 20 (KDW) angesiedelt. Selbstverwaltet und selbst finanziert finden hier nicht nur Konzerte statt sondern auch Filmvorführungen.

 

 


Heute sind wir angereist um uns den Film »Nicht alles schlucken« unter der Regie von Jana Kalms, Piet Stolz und Sebastian Winkels anzuschauen. In einem kleinen urigen Raum fand die Vorführung statt. Ein Kino in dem man noch essen und trinken darf - Wohnzimmer Atmosphäre. Und schon waren wir mitten drin.

 

Jeder Mensch kann in seelische Krisen geraten. Trotzdem werden psychische Erkrankungen als Makel und Schande erlebt, geheim gehalten und schamvoll versteckt. »Nicht alles schlucken« bricht mit diesem Tabu. Psychiatrieerfahrene Menschen, Angehörige sowie Ärzte und Pfleger erzählen vor der Kamera von ihren Erfahrungen mit Psychopharmaka. Heilsam oder kränkend? Segen oder Fluch? Ein tragischer, bisher nicht gelöster Konflikt. Der Dokumentarfilm ist ein vielstimmiges Erzählen über die Wirkungen und Risiken von Psychopharmaka. In einem eigens für den Film geschaffenen Raum sind 20 psychiatrie-erfahrene Menschen, Angehörige und Ärzte verabredet. Sie sprechen aus was bisher verschwiegen wurde: die subjektiven Erfahrungen mit Psychopharmaka, das innere Erleben.

 

Der Film lässt tief in die menschliche Existenz blicken und zeigt, was Einzelne in Krisen wirklich brauchen. So haben Menschen noch nie von sich erzählt. Eine mutmachende Erfahrung und sehr persönliches Filmerlebnis. Wir sind viele.

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