Der Baum stützt sich auf seinen Wurzeln, der Mensch auf sein Herz.
  Der Baum stützt sich auf seinen Wurzeln, der Mensch auf sein Herz.                                                

Die Welt ein bisschen bunter machen

Ein Open-Air-Kinobesuch macht glücklich!

Julian Kreth, Foto © SonJA Weber

Steckbrief

 

Vorname: Julian

Nachname: Kreth
Alter: 18 Jahre
Schulausbildung: Abitur, Note 2,7

 

Lieblings-…
Essen: Nudelauflauf von Mama
Farbe: Türkis
Musikrichtung: Hip Hop & Rap
Band: Coldplay
Film: Comicfilme und Harry Potter

 

Lebensmotto: Offen für Neues

 

"We don't stop playing because we grow old; we grow old because stop playing." (George Bernard Shaw, 1856 - 1950)

 

Man könnte denken, dass das Open-Air-Kino eine recht junge Erfindung ist. Wenn man auf die Entwicklung der Kinogeschichte zurückblickt, sieht das etwas anders aus.


1895 erfanden die Gebrüder Lumière den Kinematographen. Es war damals möglich Filme bis zu einer Länge von einer Minute zu zeigen. Am Anfang des 20. Jahrhunderts wurden diese „lebenden Photographien“ vorwiegend in Varietés und Theatern vorgeführt, ehe dann um 1907 die ersten Wanderkinos entstanden. Diese dann doch sehr schnell von stationären Filmtheatern abgelöst wurden. Wahrscheinlich ist, dass bereits bei diversen Wanderkinos, vor allem im südländischen Raum, Vorführungen im Freien durchgeführt wurden.


Seit dem 1900 Jahrhundert gehören die Open-Air-Kinos in Griechenland zum Sommerangebot dazu. Oft wurden die Freilichtkinos einfach in Hinterhöfen aufgebaut. Das älteste noch betriebene Open-Air-Kino befindet sich in Australien. 1916 wurden hier vom Sun Pictures Theater Kinoabende im Freien Vorführungen veranstaltet.

 

1933 etablierte sich dann das weltweit erste Autokino in den USA. Das Camden-Drive-In in New Jersey öffnete seine Pforten.


1950 brach die große Zeit der Drive-Ins an. Während die konventionellen Kinos eine Welle der Schließungen erlebten, boomten die Autokinos umso mehr. Erfolgsfaktor war neben der damaligen Verehrung für das Auto, den kultigen James Dean-Filmen und den preiswerten Kinotickets, vor allem die Privatsphäre, die man im eigenen Auto genoss. Ganz zu schweigen von der Romantik unter sternenklarem Himmel einen Film genießen zu können.

 

1960 eröffnete dann in Europa das erste Autokino in der Nähe von Frankfurt und besteht bis heute. In den folgenden Jahrzehnten verschwanden allerdings nach und nach immer mehr Autokinos und langsam formierten sich die ersten Multiplexe mit kleineren Leinwänden.

 

Die Faszination Filme unter freiem Himmel zu schauen verging aber nie und so wurden Ende der 1980er Jahre die ersten auch heute noch etablierten Open-Air-Kinos eröffnet. Neben traditionellen griechischen Freiluftkinos in Athen oder auf der Insel Santorini, gab es auch in Berlin, Nürnberg oder Zürich die ersten Kinos unter Sternen.


Heute schreiben wir das Jahr 2016 und es ist Spätsommer in Bad Bramstedt. Während andere junge Menschen ihre freie Zeit nach dem Abitur einfach genießen, hat sich Julian Kreth ein großes Ziel gesetzt. Julian möchte


„Die Welt ein bisschen bunter machen!“

 

Julians Eltern leben getrennt. Er findet es traurig, dass Familien so wenig miteinander machen. Er verbringt sehr viel Zeit im Kreise seiner Familie und setzt sich abends gern noch einmal mit seinen Eltern zusammen. Von vielen Menschen wird dieses Verhalten nicht verstanden  und belächelt, aber für Julian gehört das einfach zum Familienleben dazu. Julian ist ein glücklicher junger Mann, der seinen Traum lebt - ohne dafür studiert zu haben. Es hat ihn schon lange gereizt sich im Eventbereich selbstständig zu machen, da kam ihm die Idee eines Open-Air-Kinos. Somit gründete er das Kleinunternehmen „OAK- Festivals“ mit dem Ziel Menschen zu begeistern. Er möchte unvergessliche Momente schaffen. „Momente, die in einer schnelllebigen Zeit wie dieser immer seltener werden“, sagt Julian. Neben den Open Air Kinos sollen in den kommenden Jahren weitere Veranstaltungen in den verschiedensten Bereichen folgen; immer mit dem Ziel Menschen zu begeistern. In einer Welt, die geprägt wird von Digitalisierung und Anonymität will er das Miteinander erhalten. Er möchte Menschen zusammenbringen, sie dazu bringen, ihre Emotionen zu teilen.

 

Natürlich braucht man für solch ein Projekt auch Unterstützung von außen. Also hat er sich seit Februar mit seinem Projekt auseinandergesetzt und Kontakt zum Bürgermeister Hans-Jürgen Küttbach und anderen Unternehmen aus dem Umkreis aufgenommen. „Es ist nicht immer einfach als 18-Jähriger, der gerade von der Schulbank aufgesprungen ist und das Leben schnuppert, vom Gegenüber ernst genommen zu werden“, so Julian. Für solch ein Ziel, so Julian, braucht man „Mut, ein bisschen Wahnsinn und verständnisvolle Freunde & Familie“.


Er war schon immer anders als die Anderen. Er ist hochbegabt und sollte auf eine hochbegabten Schule in Hamburg gehen, aber dass wollte Julian nicht. Julian braucht es mit „normalen“ Menschen zusammen zu sein. Sein Leben und Freundeskreis wollte er dafür nicht aufgeben. Er sagt selbst, dass seine sozialen Komponenten gut funktionieren. Daher hat er sich für sein altes Leben samt Schule und Abitur entschieden. Jetzt startet der Jungunternehmer mit seinem Open-Air-Kino Projekt durch. Die erste Filmaufführung am 15. September stand unter dem Motto „FamilienZeit“. Mit dem Til-Schweiger-Film „Honig im Kopf“ ist ihm der Startschuss mit OAK-Festivals gelungen.

 

Natürlich habe ich mir den Film und den Blick hinter die Kulissen nicht entgehen lassen.

Seht selbst im Video und unten in der Fotogalerie wie der Tag war.

Videoschnitt und Musik: VideoShow App 7.0.0 rc License Free, © SonJA Weber

 

Für Julian ist das Leben lebenswert, wenn man sich an Kleinigkeiten und schönen Momente erfreuen kann. Er selbst liebt Norddeutschland und möchte hier später seine eigene kleine Familie gründen. Auf die Frage, ob er eine Freundin hat, sagt er: „Ja, aber dazu möchte ich mich in der Öffentlichkeit nicht äußern, das ist meine Privats-phäre.“ Negative Dinge blendet Julian einfach aus, er lässt Dinge einfach nicht zu nah an sich ran.

 

Julian strotzt nur so vor Selbstbewusstsein. Auf die Frage, ob man als Mann auch mal weinen darf, sagte er: „Natürlich darf man auch in schlechten und traurigen Momenten weinen, selbst vor Freunden und der Familie.“ Meinen Lesern rät Julian: „Lass Dich nicht zu viel von Anderen beeinflussen und mach Dein Ding!“

 

Fazit
Ausschlaggebend für den Erfolg eines Open-Air-Kinos ist neben der Filmauswahl und der Technik natürlich auch der Schauplatz. Denn die Atmosphäre eines gelungenen Sommerkinos entsteht erst an einmaligen Plätzen. Eine Portion Mut und Durchsetzungskraft schaden bei solch einem Projekt ebenfalls nicht. Sein Leben in die eigene Hand nehmen und einfach machen, dass macht glücklich!

 

Danke Julian Kreth für das sehr persönliche Interview. Ich freue mich auf unsere nächste Begegnung und bin schon sehr gespannt, wo Du 2017 die Welt ein bisschen bunter machst.

 

Weitere Informationen unter www.oak-festivals.com

 

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